Wer ein Unternehmen kaufen oder verkaufen will, steht schnell vor einer aus Phasen, Fristen und Fachbegriffen. Laut Branchenstudien sollen etwa 70 Prozent aller angestrebten Fusionen scheitern – oft nicht am Preis, sondern an der Umsetzung. Dieser Leitfaden erklärt die typischen M&A-Phasen Schritt für Schritt, damit Sie besser entscheiden können, ob und wann ein Berater sinnvoll ist.

Scheiterrate von Fusionen: 70 Prozent · Typische Phasenanzahl: 7-9 Schritte · Häufige Dauer: 6-12 Monate · Beratungsphasen: Vorbereitung bis Abschluss

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Exakte Dauer variiert stark nach Einzelfall
  • Gehälter regional unterschiedlich
3Zeitleisten-Signal
  • Typisch 6–12 Monate Gesamtprozess
  • Mit Vorbereitung 12–24 Monate
4Wie es weitergeht
  • Integration entscheidet über Erfolg
  • Post-Merger-Phase oft unterschätzt

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Kennzahlen und Definitionen zum M&A-Prozess zusammen.

Aspekt Details
Definition Unternehmensfusionen und -übernahmen (Mergers & Acquisitions)
Scheiterrate 70 Prozent
Dauer 6–18 Monate (typisch)
Phasen 5–9 Schritte je nach Modell

Welche Phasen gibt es in einem M&A-Prozess?

Je nach Quelle variiert die Anzahl der Phasen. Ein verbreitetes Modell beschreibt fünf übergeordnete Phasen: Vorbereitung, Due Diligence, Vertragsverhandlung, Vollzug und Integration (Post-Merger-Maßnahmen) (Kern Unternehmensnachfolge). Andere Quellen sprechen von sieben oder sogar neun einzelnen Schritten.

Vorbereitungsphase

In der Vorbereitungsphase werden Unternehmensanalyse, Informationsmemorandum, Datenraum, Unternehmensbewertung und Käuferliste erstellt (OX8 Corporate Finance). Dieser Abschnitt nimmt laut Branchenexperten die meiste Zeit ein – je nach Komplexität drei bis zwölf Monate.

Suchphase

Die Identifikation potenzieller Käufer oder Verkäufer erfolgt über direkte Ansprache, Datenbanken oder spezialisierte Berater. Ein Unternehmensverkauf durchläuft typischerweise eine strategische Planungsphase, gefolgt von der Erstellung von Verkaufsdokumenten und der gezielten Ansprache möglicher Interessenten (LOY Corporate Finance).

Due Diligence

Die Due-Diligence-Phase umfasst wirtschaftliche, finanzielle, rechtliche, steuerliche und operative Prüfungen sowie gegebenenfalls IT- oder Umwelt-Due-Diligence (OX8 Corporate Finance). Nach dieser Prüfung geben Interessenten meist ein unverbindliches Kaufangebot ab.

Vertragsverhandlung und Abschluss

In der Vertragsverhandlungsphase werden Kaufpreis, Garantien, Übergabezustand und Haftungsfragen ausgehandelt – oft unter Einbindung von Anwälten beider Seiten (OX8 Corporate Finance). Die Vollzugsphase umfasst die Umsetzung vertraglicher Vereinbarungen, gegebenenfalls die Kartellbehördenzustimmung und den eigentlichen Eigentumsübergang (Closing).

Fazit: Die meisten M&A-Modelle lassen sich auf fünf bis neun Kernphasen reduzieren – wobei die Vorbereitung und die Due Diligence erfahrungsgemäß die meiste Zeit beanspruchen.

Wie lange dauert ein M&A-Prozess?

Der gesamte Unternehmensverkaufsprozess dauert typischerweise sechs bis zwölf Monate; inklusive gründlicher Vorbereitung sind es oft zwölf bis vierundzwanzig Monate (Exit Coach). Die einzelnen Phasen haben unterschiedliche Zeitrahmen.

Was zu beachten ist

Die Dauer der Vorbereitungsphase schwankt stark: von drei bis sechs Monaten bei einfachen Fällen bis zu zwölf bis vierundzwanzig Monaten bei komplexen Unternehmensstrukturen.

Faktoren beeinflussend die Dauer

  • Komplexität der Unternehmensstruktur
  • Verfügbarkeit von Unterlagen und Daten
  • Anzahl der beteiligten Parteien
  • Regulatorische Anforderungen (Kartellrecht)

Typische Zeiträume pro Phase

Nach Exit Coach (Branchendienstleister für Unternehmensnachfolge) gliedern sich die Zeiträume wie folgt: Vorbereitung drei bis sechs Monate (komplex zwölf bis vierundzwanzig), Bewertung zwei bis vier Wochen (komplex vier bis acht), Käufersuche zwei bis vier Monate (komplex vier bis acht), Letter of Intent zwei bis vier Wochen (komplex vier bis sechs), Due Diligence vier bis acht Wochen (komplex acht bis zwölf), Verhandlung vier bis acht Wochen (komplex acht bis zwölf), Closing zwei bis vier Wochen (komplex vier bis acht).

Wie viele M&A scheitern?

Branchenweiten Schätzungen zufolge sollen etwa 70 Prozent aller angestrebten Fusionen und Übernahmen scheitern. Die Ursachen liegen selten am Preis, sondern oft an Integrationsproblemen nach dem Vollzug.

Warum das relevant ist

Die Post-Merger-Phase (Integration) kann von wenigen Monaten bis zu mehreren Jahren dauern und unterscheidet sich je nachdem, ob ein Finanzinvestor oder ein strategischer Investor übernommen hat (OX8 Corporate Finance).

Gründe für Scheitern

  • Unzureichende Due-Diligence-Prüfungen
  • Kulturelle Inkompatibilität
  • Unrealistische Bewertungserwartungen
  • Verzögerungen bei Genehmigungen
  • Mangelnde Integrationsplanung

Statistiken zu Misserfolgen

Die oft zitierte Scheiterrate von 70 Prozent ist eine Branchen-Schätzung. Exakte Zahlen variieren je nach Studie und Definition von „Scheitern” (Wertverlust, vorzeitiger Wiederverkauf, Aufgabe der Integration).

Fazit: Für Käufer und Verkäufer bedeutet das: Eine gründliche Due Diligence und eine realistische Integrationsplanung sind entscheidender als der ausgehandelte Kaufpreis.

Was ist M&A einfach erklärt?

M&A steht als Anglizismus für Mergers & Acquisitions – also Unternehmensfusionen und -übernahmen. Im Investment-Banking bezeichnet der Begriff Transaktionen, bei denen Unternehmen ganz oder teilweise den Eigentümer wechseln.

M&A ist der Anglizismus für Transaktionen im Investment-Banking, bei denen Unternehmen ganz oder teilweise den Eigentümer wechseln.

Branchendefinition (Wikipedia und Finanzmedien)

Arten von M&A

  • Buy-Side: Ein Käufer erwirbt Anteile oder ganze Unternehmen
  • Sell-Side: Ein Verkäufer bringt sein Unternehmen an den Markt
  • Merger: Gleichberechtigte Fusion zweier Unternehmen
  • Übernahme: Kontrollmehrheit wird erworben, Ziel behält eigene Rechtsform

Was macht man bei M&A?

M&A-Berater begleiten den gesamten Prozess von der strategischen Planung bis zum Closing. Ihre Aufgaben umfassen die Unternehmensbewertung, die Identifikation geeigneter Gegenparteien, die Koordination der Due Diligence und die Verhandlungsführung.

Rolle der Berater

Spezialisierte M&A-Berater – oft von Investmentbanken oder spezialisierten Boutiquen – agieren als Vermittler zwischen Verkäufern und Käufern. Sie erstellen Informationsmemoranden, moderieren Datenräume und helfen beim Aufsetzen der Kaufverträge.

Der Unterschied

Sell-Side-M&A-Prozesse werden vom Verkäufer angestoßen, Buy-Side-Prozesse vom Käufer initiiert. Die Perspektive beeinflusst die Strategie, aber die Grundphasen bleiben ähnlich.

Berufsbild M&A-Berater

M&A-Berater in Deutschland arbeiten typischerweise bei Investmentbanken, Corporate-Finance-Boutiquen oder spezialisierten Beratungsgesellschaften. Das Einstiegsgehalt liegt laut Branchenberichten bei etwa 70.000 bis 100.000 Euro Jahresbrutto, mit signifikanter Steigerung nach zwei bis drei Jahren Erfahrung.

Typischer Ablauf: 7 bis 9 Schritte

Ein Unternehmensverkauf durchläuft laut verschiedenen Quellen sieben bis neun aufeinanderfolgende Schritte.

  1. Strategische Planung: Zielsetzung definieren, Unternehmenswertschätzung
  2. Erstellung Verkaufsdokumente: Informationsmemorandum, Exposé vorbereiten
  3. Identifikation potenzieller Käufer: Marktanalyse, direkte Ansprache
  4. Letter of Intent (LOI): Absichtserklärung mit Eckpunkten
  5. Due Diligence: Umfassende Prüfung durch Käufer
  6. Binding Offer: Verbindliches Kaufangebot
  7. Verhandlung: Kaufpreis, Garantien, Kaufvertrag
  8. Signing/Closing: Unterzeichnung und Vollzug
  9. Post-Merger-Integration: Zusammenführung der Unternehmen
Fazit: Die Schritte eins bis drei bereiten den Prozess vor, Schritte vier bis sechs sind die Transaktionsphase, und Schritt neun – die Integration – entscheidet oft über den langfristigen Erfolg.

Bestätigte und unklare Punkte

Bestätigte Fakten

  • Phasenmodelle mit 5–9 Schritten aus verschiedenen Quellen
  • 70 Prozent Scheiterrate (Branchen-Schätzung)
  • Typische Dauer 6–12 Monate (ohne Vorbereitung)
  • Vorbereitung kann 3–24 Monate dauern

Was unklar bleibt

  • Exakte Scheiterrate je nach Branche und Region
  • Gehälter variieren stark nach Erfahrung und Standort
  • Dauer bei insolvenznahen Situationen oft kürzer

Stimmen zum M&A-Prozess

Der M&A-Prozess kann in neun Schritten gegliedert werden: strategische Planungsphase, Erstellung Verkaufsdokumente, Identifikation und Ansprache potenzieller Käufer, Letter of Intent, Due Diligence, Binding Offer, Verhandlungsphase, Signing/Closing/Vollzug sowie Post-Merger-Integration.

LOY Corporate Finance (auf M&A-Prozesse spezialisierte Unternehmensberatung)

Die Post-Closing-Phase (Integration) kann von wenigen Monaten bis zu mehreren Jahren dauern und unterscheidet sich je nach Finanz- oder strategischem Investor.

OX8 Corporate Finance (Branchendienstleister für M&A-Transaktionen)

Zusammenfassung

Der M&A-Prozess ist komplexer, als die meisten Anfänger vermuten. Zwischen der ersten Idee und dem erfolgreichen Closing liegen je nach Unternehmensgröße und -komplexität sechs bis vierundzwanzig Monate. Die Branchen-Schätzung von 70 Prozent gescheiterten Transaktionen zeigt: Der Preis ist selten das Problem – die Integration danach ist es. Für Unternehmer, die einen Verkauf planen, bedeutet das konkret: Investieren Sie frühzeitig Zeit in die Vorbereitung, holen Sie sich fachkundige Unterstützung für die Due Diligence, und planen Sie die Post-Merger-Integration von Anfang an mit ein.

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Häufig gestellte Fragen

Wer ist der größte M&A-Berater in Deutschland?

Die größten M&A-Beratungen in Deutschland umfassen Großbanken mit M&A-Abteilungen (Deutsche Bank, JPMorgan, Goldman Sachs) sowie spezialisierte Boutiquen. Marktführer nach Transaktionsvolumen wechseln jährlich.

Wie viel verdient ein M&A-Berater?

Das Einstiegsgehalt liegt bei etwa 70.000 bis 100.000 Euro Jahresbrutto. Nach drei bis fünf Jahren Erfahrung sind 120.000 bis 180.000 Euro möglich, als Vice President oder Director auch deutlich mehr.

Warum scheitern 70 Prozent aller Fusionen?

Hauptgründe sind unzureichende Integrationsplanung, kulturelle Unterschiede zwischen den Unternehmen, unrealistische Bewertungserwartungen und Verzögerungen bei behördlichen Genehmigungen.

Was ist der Sell-Side M&A-Prozess?

Beim Sell-Side-Prozess initiiert der Verkäufer die Transaktion. Er bereitet Verkaufsunterlagen vor, identifiziert potenzielle Käufer und steuert den Prozess bis zum Closing.

Gibt es bekannte M&A-Beispiele?

Bekannte Beispiele sind Fusionen wie Daimler-Chrysler, Übernahmen wie Linde-BASF (Gasegeschäft) oder jüngere Tech-Deals. Die Erfolgsbilanz ist gemischt.

Wie funktioniert M&A im Insolvenzverfahren?

Bei insolvenznahen Unternehmen wird oft ein sogenannter Asset-Deal angestrebt: Einzelne Vermögenswerte oder Geschäftsbereiche werden verkauft, nicht das gesamte Unternehmen. Der Prozess ist oft kürzer und unterliegt besonderen rechtlichen Anforderungen.

Was ist die Bedeutung des M&A-Prozesses?

M&A ermöglicht Unternehmen Wachstum durch Zukäufe, Markteintritte oder Technologiesprünge. Für Investoren bietet der Prozess Renditechancen, birgt aber auch erhebliche Risiken – besonders bei der Integration nach dem Closing.